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Bollinger: Ein Champagnerhaus für zwei legendäre Weine

Das Champagnerhaus Bollinger wurde 1829 in AY gegründet und erwarb innerhalb von kurzer Zeit ein bedeutendes Paket von Weinbergen in Grand- und Premier Cru-Lagen. Heute verfügt es über 168 Hektar.

Der Aufschwung des Champagnerhaus in Bezug auf Qualität und Berühmtheit erfolgte in der unmittelbaren Nachkriegszeit, als die aus Schottland stammende M.me Lily Bollinger nach dem Tod ihres Mannes die Leitung übernahm. Mit ihr an der Spitze erreichte Bollinger ein extrem hohes Qualitätsniveau, für das es auch heute noch berühmt ist. Der Witwe Bollinger verdankt das Campagnerhaus seine beiden wichtigsten Weine, Cuvée R.D und Vieilles Vignes Françaises, die weiterhin produziert werden.

R.D., d. h. récemment dégorgé, ist der erste Cuvée in der Champagne mit einem Gehalt von nur 6 g/l (der Durchschnitt lag damals bei 12 g/l), und vor allem ist er der erste Champagner, auf dessen Etikett das Datum des Degorgements angegeben ist. Diese beiden Aspekte scheinen selbstverständlich, in den 1960er Jahren handelte es sich jedoch um eine echte Revolution, die die Identität des Champagners für immer verändern sollte.

Der R.D. ist das Ergebnis der Idee von Lily Bollinger, La Grande Année (damals noch nicht so genannt), d. h. den Spitzenjahrgangswein des Hauses, noch einige Jahre auf der Hefe lagern zu lassen.

Wie man bei Bollinger zu sagen pflegt: „Alle R.D.’s waren Grande Année, aber nicht alle Grande Année’s werden R.D.’s sein“, denn nicht alle Grande Année-Jahrgänge werden R.D.’s, nur die besten sind für eine weitere Reifung auf der Hefe geeignet.

In den letzten Jahren, derzeit wird der R.D.2007 vermarktet, ist der Gehalt noch weiter gesunken, und zwar auf den eines Extra Brut mit 3 g/l Restzucker.

Was Bollinger einzigartig und unverwechselbar macht, ist die Tatsache, dass es bis heute das einzige Haus ist, das über eine eigene Böttcherei verfügt, die die Fässer für die Gärung der Grundweine anfertigt. Zudem ist Bollinger eines der wenigen Häuser, das seine Reserveweine in verkorkten Magnumflaschen unter leichtem Überdruck aufbewahrt (Bollinger lagert mindestens 700.000 Stück). Noch heute werden alle R.D.- und VVF-Flaschen von Hand und erst in den letzten Jahren nach Vereisung des Flaschenhalses degorgiert.

VVF, wie der Vieilles Vignes Françaises genannt wird, ist der einzige Champagner, der von Pinot-Noir-Rebstöcke stammt, die nicht über eine amerikanische Unterlage verfügen und wie vor der Reblaus durch Ableger vermehrt werden. Aufgrund dieser Praxis ist der VVF der einzige auf dem Markt erhältliche Nachweis für die Charakteristiken eines Champagners, der traditionell angebaut wurde, bevor die Reblaus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die meisten europäischen Weinberge vernichtete.

Der VVF ist das historische Gedächtnis des Champagners, der nur in den besonderen Jahrgängen von zwei sehr kleinen Weinbergen in der Nähe des Champagnerhauses produziert wird (bis vor einigen Jahren gab es drei Weinberge, einer wurde jedoch 2003 von der Reblaus befallen). Die Produktion liegt bei etwa 3500 Flaschen pro Jahrgang. Diese äußerst kleine Produktionsmenge macht den VVF zu einem Objekt der Begierde für jeden Weinliebhaber.

Eine kurze Anekdote zeigt deutlich, was für eine starke Persönlichkeit M.me Bollinger war. Bis zu ihrem Tod (1978) weigerte sie sich trotz des starken Drucks der Händler und Vertreiber der Marke in der ganzen Welt einen Rosé-Champagner herzustellen. Für Lily Bollinger war er vulgär und nur für die Bordelle von Paris geeignet. Nach ihrem Tod gab das Champagnerhaus der Nachfrage nach und begann mit der Produktion des Cuvée Grande Année rosé, und nach den letzten Verkostungen zu urteilen, muss man sagen, dass sich die Witwe Bollinger hier ausnahmsweise geirrt hatte!

Zum Abschluss dieser Kurzbiografie über Bollinger ein Satz von M.me Bollinger, der in die Geschichte eingegangen ist: „Ich trinke Champagner, wenn ich glücklich bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich alleine bin. In Gesellschaft geht es gar nicht ohne. Wenn ich keinen Hunger habe, mach ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an – außer, wenn ich Durst habe.“

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